# 001 – Veranda Eagle

No 001 – Veranda Eagle

Es ging ja eher unstrukturiert los. Ich hatte jede Menge Reste Lärchenholz vom Terrassenbau herumliegen, einen alten, aber sehr guten 80er Jahre Hals mit Jumbobünden und “Heavy”-Kopfplatte, eine sehr alt aussehende tele-artige Brücke und kam dann noch an dieses coole Leder-Pickguard mit dem etwas ratlos dreinblickenden Adler. Da war mir dann klar, welche Gitarrenform ich mir vorzunehmen hatte! Als erstes begann ich, die mir zu gefährlich erscheinende Spitze der Kopfplatte abzurunden. Hat mir gleich besser gefallen. Durch die damals sehr angesagte Steampunk-Welle inspiriert, hab ich dann einen alten Wecker geschlachtet und die zum Vorschein kommenden Messingzahnräder in einer mir gefälligen Anordnung auf die Kopfplatte montiert.

eagle-body4Nach ein paar weiteren Wochen kreativer Pause hab ich mir dann ein Herz gefasst und mit dem Korpus in Schichtbauweise begonnen. Erst wurde die Kontur auf eine 5mm dicke Birkensperrholzplatte übertragen und dann ausgesägt.
Als “Top” gab es drei geriffelte Lärchenbretter mit 24mm Stärke und als Boden eine 15mm Kieferplatte von einem alten Schrank! Das ergab dann die perfekte Tele-Dicke von 44mm – sehr schön. Das ganze ordentlich mit Ponal verleimt und mit der Stichsäge in Form gebracht (ich hab bis heut weder Fräsmaschine noch Bandsäge). So ein Konstrukt dürfte eigentlich nach allem was ich je über Tonhölzer gehört und gelesen habe an einer Gitarre nicht klingen – ist aber nicht so.  Als Kontrapunkt zu den Messingrädchen der Kopfplatte entschied ich noch meinen alten Messing-Kompass mit Deckel in den Korpus einzubauen, auf dem jetzt der Leder-Adler immer leicht überfordert sich zu orientieren versucht.
eagle-eagleNach endlosem Schleifen, Stemmen, Sägen, Pinseln etc. waren dann die Holzarbeiten irgendwann abgeschlossen. Über das Ergebnis war ich eigentlich selbst erstaunt: Nach dem Aufziehen der Saiten ließen sich Intonation und Saitenlage perfekt einstellen und der trockene Klang war beeindruckend! Aus nicht zuletzt optischen Gründen hab ich mir ein Set Puretone Pickups – handgewickelt in der Schweiz – besorgt. Der Kupferrote Bridge-PU passt optisch perfekt zum Rest. Die sehr positive Überraschung war dann aber, dass diese Teile auch umwerfend klingen!

Absolut zufrieden mit meinem ersten Wurf, bin ich seit dem ein Getriebener in Sachen archaischen Gitarrenbaus…

Im Video ist die geniale Instrumentalband Sutcliffe bei ihrer allerersten Berührung mit Veranda Gitarren zu sehen. Dass sie auf Anhieb hervorragend miteinander klar kamen und sich auch noch dabei filmen ließen, spricht für die hohe Qualität sowohl der Musiker wie auch der Instrumente! Nochmals vielen Dank an Euch!

 

 

Merken

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.