# 009 – Veranda Kulmbacher Bier

No 009 Kulmbacher Bier

Kulmbacher Bier GitarreAuch in diesem Fall ging es mit einer alten Holzkiste los. Genauer gesagt mit einer alten Bierkiste der Kulmbacher Brauerei vermutlich aus den 1950er Jahren. Beim Versuch, den kompletten Schriftzug auf die Gitarre zu bringen entstand dann diese doch etwas bizarre Korpusform. Beim Planen der Gitarre wurde mir als Franken schnell klar, dass diese, meine erste Biergitarre, soweit wie möglich aus original fränkischen Zutaten gebraut werden sollte! Da ja das einstige Zentrum des deutschen Gitarrenbaus in Franken liegt, genauer gesagt in und um Bubenreuth bei Erlangen, sind ja genügend Materialien im Umlauf. Als erstes brauch ich immer einen stimmigen Hals! In diesem Fall fiel die Wahl auf einen schönen Höfner Hals von ca. 1970 noch mit den Original-Mechaniken dran. Dieser Hals wurde noch bei Höfner in Bubenreuth gebaut. Heute ist die Firma Höfner, deren interessante Geschichte man hier nachlesen kann, in Hagenau angesiedelt. Hagenau ist 7 Kilometer von Bubenreuth und 85 Kilometer von Kulmbach entfernt und gehört zur Stadt Beiersdorf.  Bei der Tonabnehmersuche stößt man relativ schnell auf die Firma Shadow aus Hemhofen, ca 15 Kilometer von Bubenreuth und 95 Kilometer von Kulmbach entfernt. kulmbacher-hoefnerFür mein Projekt perfekt geeignet war der SH 330, ein toll klingender magnetischer Single-Coil im massiven Ahorngehäuse, das schon fast die Form eines Bierfasses hat. Ein wenig nachgearbeitet und schon war die Optik perfekt.

Beim Genuß eines Kulmbacher Mönchshof Landbieres hab ich doch tatsächlich festgestellt, dass die kultigen Bügelverschlußkappen nicht mehr aus Keramik sondern aus Kunststoff hergestellt sind – da wußte ich dann sofort, woraus ich meine Reglerknöpfe machen mußte. In Keramik hätte sich mit Sicherheit kein Loch für die Potiachse bohren lassen. Als Saitenhalter mußte der Griff einer alten fränkischen Kommode herhalten! Das optische I-Tüpfelchen war dann noch der periskop-mäßig angebrachte Zapfhahn, der mir dann so gut gefallen hat, dass ich auch gleich noch einen passenden Gitarrenständer – auch mit Zapfhahn – dazu gebaut hab.

kulmbacher-bier-verstaerkerDa die Kiste auf zwei Seiten bedruckt war, bot sich natürlich noch der Bau eines Kulmbacher Bier Verstärkers an. Das Gehäuse aus Verandaholz wurde wie auch die Gitarre im Stile der 1920er Jahre gehalten. Als Amp hab ich einen hervorragend klingenden Palmer Eins 1 Watt Vollröhrenverstärker verwendet. Er wurde in Neu-Anspach gebaut. OK – das liegt in Hessen und ist ganze 313 Kilometer von Kulmbach entfernt, aber immerhin „made in Germany“. Als Lautsprecher dient ein alter Celestion G12-80. Da geht was! Und: Auch hier gibt es Reglerknöpfe aus Bügelflaschen-Verschlüssen! Somit musste ich schon allein vier Kulmbacher trinken, um an diese schönen Potiknöpfe zu kommen…

(Mit freundlicher Genehmigung der Kulmbacher Brauerei)

 

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