# 032 Veranda „Copperhead Road“

No 032 Veranda „Copperhead Road“

Einige Jahre lang lag eine mächtig lädierte „Ibanez ART 300“ mit gebrochener Kopfplatte in meinem Kellerregal. Da dieses Modell wegen seiner aktiven Elektronik nicht allzu beliebt war, hat man die Produktion relativ schnell wieder eingestellt. Sowas dann zu reparieren und wieder anzubieten macht fast keinen Sinn. Die Decke dieser Paula hat eine ähnlich gewellte Oberfläche wie auch die Gibson BFG – allerdings ist dieser Effekt bei der Gibson in die Ahorndecke geschnitzt, bei der Ibanez nur durch einen „gestauchten“ Klarlack erreicht worden. Optisch hat das was. Eines Tages hab ich dann doch angefangen, die Kopfplatte zu leimen,  die Elektrik zu entfernen und schließlich die wellige Oberfläche mit selbstklebender Kupferabschirmfolie zu bekleben. Dabei ging mir dann irgendwann der Kracher „Copperhead Road“ von Steve Earle aus dem Jahr 1988 durch den Kopf – der Name für das Baby war fix! Die Kupferoberfläche hab ich dann fein angeschliffen, mit stimmigen Nieten versehen und dann mit Klarlack versiegelt. Kupfer BigsbyAus meinem umfangreichen Teilefundus hab ich sie dann u.a. mit passenden Humbuckern von „Schecter“ und einem schwarzen Bigsby-style Tremolo komplettiert. Nach etlichen weiteren Wochen ständigen Modifizierens war es dann irgendwann soweit, dass ich rundum zufrieden war. Durch die passiven Tonabnehmer hat sie jetzt auch schön warm und rund geklungen, das Tremolo war stimmstabil und sehr gut gängig. Tja, dann bin ich mit der Hübschen zum Schloß Spielberg gefahren, hab dort ein gutes Gespräch mit dem Schloßherrn geführt und anschließend ein paar sehr schöne Fotos geschossen, wie ich finde. Und dann beim letzten Foto (wo sie so schön an dieser imposanten Bronzesäule lehnt) ist es dann passieret: Ich denk mir noch „tolles Bild“ und peng(!) hats gemacht. Als ob Odin höchstpersönlich mal einen Powerchord greifen hätte wollen, kam ein kräftiger Windstoß aus heiterem Himmel und mein neustes Schätzchen ist aufs Pflaster geknallt. Die Kopfplatte war natürlich wieder gebrochen. Hmmm. Das hatte schon was Mystisches wie die Gitarre mit gebrochenem „Copperhead“ auf dem windigen Burghügel lag. Ich hab beschlossen, sie nicht nochmal zu reparieren. Und auch künftig keine reparierten Hälse mehr zu verwenden. Somit gibt es  diesmal auch kein Video mit ihr. Sollte ich jedoch jemals an eine heile ART300 kommen, würde ich sie exakt wieder so umbauen und dann auch ein kleines Video online stellen.
Vielen Dank nochmal an Herrn Steinacker von Schloß Spielberg.

 

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