# 034 Veranda Black & White

No 034 Veranda Black & White

Black & White Whisky CrateUnd wieder hat eine alte Transportkiste dran glauben müssen. Sie war fast so geschichtsträchtig wie die „Alfred Nobel Kiste„. Gestempelt mit „48“ – vermutlich also von 1948. Damals wurden in Glasgow/Schottland 12 „Quarts“ – also  Viertel-Gallonen Flaschen (knapp ein Liter) – mit feinem „Scotch“, wie der Amerikaner zu sagen pflegt, befüllt, in jene Kiste gepackt und dann via Paris nach Nürnberg gebracht. Und zwar zum „US OFFICERS & NON-COMMISSIONED OFFICERS CLUB“ im Schleifweg 11. Da steht heute ein Supermarkt. Damals fanden die weltberühmten Kriegsverbrecher-Prozesse in Nürnberg statt und selbstredend mussten die damaligen Besatzungsoffiziere mit feinem Getränk versorgt werden. Durch einen großen Zufall bin ich nun auch noch an eine originale Flasche dieses Whiskies aus den Beständen der US Army von 1948 gekommen. Ungeöffnet, kaum Verdunstung und mit dem roten Zusatz „For U.S. Air Force – not for re-sale“ auf dem Etikett dürfte sie so was ähnliches, wie die „Blaue Mauritius“ unter den Vintage Whiskies sein. „Black & White“ ist heute ein eher preis-, aber durchaus hochwertiger, Kaufhaus-Whisky. Dennoch hat er eine lange und auch unterhaltsame Geschichte: Gegründet um 1890 von James Buchanan mit dem Markennamen „House of Commons“ in Glasgow. Der Firmengründer war mit vielen Talenten gesegnet und hat somit auch das Label selbst entworfen: Abgebildet waren seine beiden Lieblingshunde, ein schwarzer Scottish Terrier und ein weißer West Highland Terrier. Da der Schotte ein eher zielorientierter Trinker war, hat er nicht lang nach einem „House of Commons“ beim Händler seines Vertrauens gefragt, sondern den Hundefarben auf dem Etikett entsprechend nach einem „Black & White“ verlangt. Der Name hat sich verselbständigt und so hat man die Firma kurzentschlossen entsprechend umbenannt. So sagt es jedenfalls die Legende. Im (englischen) Wikipedia-Eintrag kann man sogar nachlesen, dass „Black & White“ in unzähligen Kinofilmen öffentliche Auftritte hatte – zusammen u.a. mit „James Bond „, Cary Grant oder auch Marcello Mastroianni in „La dolce vita“. Da ich beide Schriftzüge der Kiste auf einer Gitarre unterbringen wollte, hab ich mich für die relativ symmetrische Korpusform einer Gibson SG entschieden. Passend dazu hab ich zwei alte Gibson -Humbucker („Pat-Sticker“ von 1965 am Neck , „Pat-Number“ von 1974 an der Bridge) aus meinem Fundus eingebaut. Auch den Rest hab ich sehr traditionell gehalten: Gibson Deluxe Tuners, ein Vibrola – allerdings mit Roller-Bridge, Trapeze Inlays und Witch-Hat-Knobs. Das Video wurde wieder mal vom guten Stanley eingespielt!

 

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